Peru völlig neu gestaltet
Es war in Peru, wo 1996 alles seinen Anfang nahm. Dort spielte Lara Crofts erstes Abenteuer – der erste Schritt der Spieler ins Unbekannte und der Moment, der eine ganze Reihe prägen sollte. In Tomb Raider: Legacy of Atlantis wollten die Teams von Crystal Dynamics und Flying Wild Hog diesen ikonischen Schauplatz von Grund auf neu gestalten, wobei sie der Atmosphäre des Originals treu bleiben und etwas abliefern wollten, das ganz in die heutige Zeit passt.
Ein Schauplatz anstatt eines Levels
„Uns war besonders wichtig, dass Spieler am Ende das Gefühl mitnehmen, einen glaubwürdigen Schauplatz betreten zu haben, und nicht einfach nur ein Spiellevel“, so Jeff Adams, Experience Director bei Crystal Dynamics. „Das Team hat unglaublich viel Zeit investiert, das Level und die Art, wie man es erkundet, auf eine Weise zu verfeinern, die einem eine authentische Reise durch die Überreste einer verlorenen Zivilisation ermöglicht.“
Für Raul Siqueira, Game Director bei Crystal Dynamics, war der gestalterische Plan klar: „Die Spieler sollten beim Vordringen in die Berge und Erkunden des Dschungels im Verlorenen Tal fortwährend von Staunen und Ehrfurcht erfüllt sein.“
Um ihnen eine derartige Größenvorstellung zu vermitteln, musste zunächst die Umgebung von Grund auf neu gestaltet werden. Das ursprüngliche Peru wurde Raum für Raum erschaffen. Dieses Peru besteht hingegen aus miteinander verbundenen Bereichen. „Größere, miteinander verbundene Bereiche erschaffen zu können, hilft uns, den Spielern diese Größe zu vermitteln und sie in Staunen zu versetzen“, so Siqueira. „Auf diese Weise entsteht ein Peru, das damals nicht möglich gewesen wäre, aber der Atmosphäre des Originals treu bleibt.“
Vom Schnee in den Dschungel
Das neu gestaltete Peru ist ein abwechslungsreiches Erlebnis für alle Sinne. „Zuweilen spürt man während des Spiels die Kälte, die Luftfeuchtigkeit oder aber die Wärme der Sonne auf den Wangen“, erklärt Adams. „Spieler bewegen sich vom Knacken des Eises und dem Knirschen des Schnees zu Matsch, der unter Laras Stiefeln spritzt. Dabei wird man vom Gesang tropischer Vögel und anderen seltsamen Geräuschen begleitet, bei denen man schon bald lernt, dass sie sehr gefährliche Dinge ankündigen.“

Siqueiras erster Gedanke bei der Neugestaltung von Peru? „Wasserfälle. Ihr Klang, der Geruch des Wassers und wie es sich anfühlt, an einem sonnigen Tag zu ihnen zu wandern.“
Jason Epps, Design Director bei Crystal Dynamics, beschreibt es in einfachen Worten: „Ein üppiger tropischer Dschungel, der wie ein Juwel in den Bergen verborgen liegt. Sonnig, heiß und erfüllt vom Duft großer Dschungelblüten.“
Mit der Unreal Engine 5 und moderner Technologie hat das Team die Grenzen dessen verschoben, was einst möglich war. „Dinge, die sich Spieler früher nur vorstellen konnten, stehen jetzt direkt vor ihren Augen“, so Siqueira. „Vom Gesang von Vögeln in der Ferne bis hin zu Pflanzen, die auf den Wind reagieren, ist unglaublich viel Liebe zum Detail in diese Umgebungen geflossen.“
Die verborgene Geschichte
hinter Peru in Legacy of Atlantis hat es in sich. Die Inka, der geheimnisvolle Qualopec, die spanische Eroberung und noch tiefere Geheimnisse, die mit etwas weitaus Älterem verbunden sind.
„Vilcabamba wurde von den Inka errichtet, um den spanischen Konquistadoren zu entkommen“, erklärt Epps. „Qualopec, einer der Atlanter, unterstützte die Inka mit seinem Wissen, weshalb sie ihn verehrten. Beim Bau der Stadt stießen die Inka auf ein verborgenes Tal voller Dinosaurier. Solange er am Leben war, half Qualopec ihnen, sie zu kontrollieren.“

John Stafford, Narrative Director bei Crystal Dynamics, setzt das Ganze in einen größeren Zusammenhang: „Qualopec und Vilcabamba wurden von geheimnisvollen Relikten aus Laras erstem Abenteuer zu Bestandteilen einer deutlich größeren atlantischen Kosmologie ausgebaut, die mit Schöpfung, den Elementen und dem Scion verbunden ist. Peru wird damit zum Ausgangspunkt eines globalen Musters.“
Die Kultur der Inka durchdringt nun alles. „Wir haben ein Rätsel überarbeitet und die Inka-Knotenschrift Khipu integriert“, sagt Epps. „Wandmalereien, Schnitzereien und die Architektur spiegeln die Inka und ihre Kultur nun viel stärker wider, genau wie ihre fantastischen Steinbauten. Spieler können Objekte scannen und Dokumente entdecken, deren Geschichten die Hintergründe der Inka würdigen und näher beleuchten.“
Das Tempo der Reise
Das Verlorene Tal ist das Ziel, doch der Weg dorthin macht schon einen Großteil des Erlebnisses aus. „Während die Spannung auf dem Weg zum Verlorenen Tal steigt, haben wir eine Eisrutsche eingebaut, die Rätsel überarbeitet und die Erkundung sowohl der Berghöhlen als auch der Stadt Vilcabamba verbessert, damit es schon früh spannend wird“, so Epps.
Siqueira beschreibt den Balanceakt so: „Ein Spiel aus dem Jahr 1996 neu zu interpretieren bedeutet, die richtige Balance zwischen dem Original und der Neuauflage zu finden. Damals waren Spiele eher langsam und haben stärker zum Nachdenken angeregt. Wir wollten uns die Zeit nehmen, eine Balance zu finden, die dieser Vision gerecht wird und sich gleichzeitig wie ein Spiel anfühlt, das Spieler heute erwarten würden.“
Und für Veteranen unter den Spielern gibt es überall versteckte Belohnungen. „Es gibt immer noch all die ursprünglichen Geheimnisse von Peru“, so Epps, „und sogar noch weitere“.
Warum der Weltenbau wichtig ist
„Erkundung ist nur dann wirklich bedeutungsvoll, wenn sich die Welt historisch, vielschichtig und lebendig anfühlt“, erklärt Stafford. „Peru verliert seinen Zauber, wenn es lediglich als Kulisse für Kämpfe und Rätsel dient. Es ist die zugrunde liegende Geschichte, welche die Entdeckungen zu einem persönlichen, gefährlichen und unvergesslichen Erlebnis macht.“
Epps bringt es so auf den Punkt: „Legacy of Atlantis ist eine Schatztruhe für Spieler. Jene von damals werden sich freuen, ihre Lieblingsmomente in neuem Glanz strahlen zu sehen. Neue Spieler erhalten hingegen einen idealen Einstieg in die Reihe, der sie sofort in seinen Bann ziehen wird.“
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